LandesElternRat Sachsen – Statement zum Jahresende

Wieder blicken wir auf ein pandemiegeprägtes Jahr zurück. Dies ist Anlass genug, um Stolz und Dank auszudrücken.

Wir sind stolz auf unsere Kinder, die Schülerinnen und Schüler, die fast klaglos auch dieses schwierige Schuljahr unter Krisenbedingungen gemeistert haben – mit Masken, Testen, Unterrichtsausfall, Quarantäne, mit viel Unsicherheit und ständigen Unwägbarkeiten. Ihr seid großartig!

Wir möchten uns bei all den Lehrerinnen und Lehrern bedanken, die mit riesigem Engagement, mit Herzlichkeit und mit Humor an der Seite unserer Kinder stehen, denen sie auf Augenhöhe und in gegenseitigem Respekt begegnen. Sie waren und sind an vielen Stellen zusätzlich gefordert, müssen und mussten Neues integrieren und teilweise ihren Beruf neu erfinden. Vielen Dank für Ihre Offenheit, eine Offenheit, die Schule weiterentwickelt.

Und wir bedanken uns bei den Schulleitungen, die an der Meinung der Eltern interessiert sind und für die eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Elternräten ganz selbstverständlich ist. Schulleitungen, die für ihre Kollegien sorgen und die Entwicklung ihrer Schule ebenso befördern, wie Ihre eigene.

Sie alle hatten tausend zusätzliche Aufgaben, die mit Schule und Lehren rein gar nichts zu tun haben. Danke für Ihr Tun.

Und unser Dank gilt auch den engagierten Mitarbeitern in den Verwaltungen, die alles in ihrer Macht Stehende getan haben, um Schule oft unbürokratisch am Laufen zu halten.

Aber – dieser Rückblick ist auch geprägt von Unverständnis und Ärger.

Fast zwei Jahre Krisenmodus Schule und die Lernkurve scheint nicht nach oben zu zeigen.

Der LandesElternRat hat dem Staatsminister für Kultus, Herrn Piwarz, kürzlich brennende Fragen von Eltern aus allen Landesteilen Sachsens gestellt.

Mit den Antworten sind wir nicht zufrieden und wir möchten, sehr geehrter Herr Piwarz, an dieser Stelle darauf eingehen: 

1. Ihre Aussagen zur häuslichen Lernzeit überzeugen nicht. Wenn einzelne Klassen oder auch ganze Schulen im Hybridunterricht oder Wechselunterricht sind, ergibt sich weiter in heterogenes Bild.

Der Verweis auf „Leuchtturmschulen“, die ihr Wissen gern an andere Schulen weitergeben, zeigt deutlich, dass es sich um Ausnahmeschulen handelt und hohe Qualität hier noch längst nicht die Regel ist.

Zu den Standards für die Gestaltung der häuslichen Lernzeit des SMK heißt es aus Mittelsachsen: Über die Standards zum Umgang mit der häuslichen Lernzeit lachen die Schulleitungen. Hr. Piwarz ist nicht an der Basis – er weiß nicht, wie es in den Schulen läuft.

2. Es ist unrealistisch von Chancengleichheit zu sprechen, wenn wir über die Unterrichtsausfälle an den Schulen sprechen. Denn die Annahme, es gäbe nur kurzzeitige Ausfälle ist schlicht falsch.

Wir haben nicht nur vielfältige und immer wieder kehrende Einschränkungen bei Einzelnen bzw. ganzen Klassen, die mehrfach von Quarantäne (schulisch und privat) oder auch Wechselunterricht betroffen waren/sind. Auch der längst „normale“ Ausfallwahnsinn durch den akuten Lehrermangel ist Alltag an vielen Schulen.

Für uns ist es deshalb auch unbegreiflich, dass seit dem 22.11.2021 die statistische Erfassung des Unterrichtsausfalls ausgesetzt ist!

Ein Kommentar aus Nordsachsen: Vier Wochen kein Matheunterricht und drei Wochen kein Bio. Andere Abschlussklassen haben diesen Ausfall nicht. Da ist schon innerhalb der Schule keine Chancengleichheit gegeben.

3. Die Antwort zur Betreuung der Kinder bei Schulschließungen befriedigt gar nicht. Dass Eltern aus speziell definierten Berufsgruppen anspruchsberechtigt sind, wissen wir.

Unterstützung brauchen fast alle Eltern! Besonders für Alleinerziehende oder auch Soloselbständige haben Sie keine einzige Lösung benannt.

4. Es ist leider auch unrealistisch anzunehmen, dass der pandemiebedingt versäumte Lernstoff, an sächsischen Schulen sicher und kontinuierlich nachgeholt wird. Die Anzahl abgeschlossener Verträge beim Programm „Aufholen nach Corona“ sagt weder etwas darüber aus, wieviel Schülerinnen und Schüler unterstützt werden noch in welcher Form bzw. welchem Fach! Hierzu werden bislang keinerlei Daten erhoben.

Um passgenaue Nachhilfeangebote machen zu können, hatten wir bereits im Sommer Lernstandserhebungen für alle Klassenstufen gefordert. Hier ist fast nichts passiert.

Die Schulen werden allein gelassen, die komplette Verantwortung für die Umsetzung des Programms lastet allein auf den Schultern der Schulleitungen und der Pädagogen.

Aus Nordsachsen heißt es dazu: Bei uns ist es auch so, dass Hilfsmittel aus „Aufholen nach Corona“ nicht genutzt werden. Aus Leipzig wird ein Schulleiter zitiert: Tun Sie das ihren Kindern nicht an. So überzeugt ist/war er vom Angebot an seiner Schule.

Die Lerndefizite werden unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht abgebaut, das Nachsehen haben tausende Kinder!

5. Sie sagen, dass in den Fällen, in denen die Eltern für ihr Kind die Aussetzung der Schulpflicht wählen, bestünde kein Anspruch auf adäquate häusliche Beschulung, weil dies von den Lehrkräften nicht leistbar sei. Sie meinen, dass es dennoch möglich sein wird, von der Schule Aufgaben zum häuslichen Lernen zu bekommen.

Faktisch bedeutet diese Position zweierlei. Wenn Eltern ihre Kinder nicht in die Schule schicken möchten – und das haben wir hier nicht zu bewerten – dann müssen sie bei kleinen Kindern entweder in der Lage sein, sie selbst zu beschulen oder Lernen kann nicht sattfinden. Zweitens: Das gerade durch das Bundesverfassungsgericht festgestellte Recht auf schulische Bildung wird hier defacto ausgehebelt.

Natürlich sind wir uns im Klaren, dass gerade der Lehrermangel aktuell ganz massiv Grenzen setzt. Jedoch lehnen wir es ab, das Problem kommentarlos den Eltern zuzuschieben.

6. Wenn Sie schreiben: Die Erreichbarkeit der kommunalen Gesundheitsämter sollte für die Schulen gesichert sein, allerdings können wir für die in kommunaler Verantwortung wahrgenommen Aufgaben keine verbindlichen Auskünfte geben.

Offenbar vermuten Sie, dass Erreichbarkeit gewährleistet ist und das scheint dem SMK zu reichen. In Chemnitz deutet man das so: Eine Absprache/Abstimmung zwischen den Ministerien und den Kommunen/Gesundheitsämtern scheint es nicht zu geben. Die Schulleitungen werden allein gelassen.

Genau diese Absprachen zu treffen, über Ressortgrenzen hinweg zusammenzuarbeiten, gemeinsam tragfähige Lösungen zu kreieren und nicht auf jeweilige Verantwortlichkeiten zu verweisen, das ist ureigenste Aufgabe von Politik.

Wir fordern das Sächsische Kabinett und die bildungsverantwortlichen Parlamentarier auf – gerade die der Regierungsfraktion – alle Kreiselternräte zu besuchen und ZUZUHÖREN.

Wir fühlen uns von Ihnen vielfach nicht verstanden, nicht gehört.

Der erweiterte Vorstand des LandesElternRat


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