“Jeder Tag läuft anders.”

Anonymer Erfahrungsbericht

Meine Erfahrungen bezüglich der Schulschließung und Corona? Ja, mir steigt gerade die Wut im Bauch auf. Wir sind Eltern zweier Grundschulkinder und reißen uns im Moment ein Bein aus, um alles hinzubekommen. Ich arbeite im IT-Bereich (kein Home-Office) einer Kommune und mein Mann arbeitet als Hausmeister - Reparaturen kann er leider auch nicht von zu Hause aus durchführen. Die beiden Kinder sind 7 und 9 Jahre alt, also 1. und 3. Klasse. Aufgrund der notwendigen Präsenz auf Arbeit haben wir wahnsinnige Probleme die Betreuung und die Schulaufgaben abzusichern. Jeder Tag läuft anders, wir reichen uns oft nur die Klinke in die Hand. Nachts ist an Schlaf nicht zu denken, da wird geputzt und der Haushalt erledigt.



Das Pensum der Aufgaben ist nicht zu bewältigen. Meine Tochter (1.Klasse) musste in den ersten zwei Wochen bereits vier neue Buchstaben pauken - sowohl lesen, als auch schreiben.
Mittlerweile ist es so, dass mein Sohn (3. Klasse) nach einer halben Stunde mit seinen täglichen Aufgaben fertig ist. Mit meiner Tochter brauche ich aber mindestens zwei Stunden, was natürlich schnell zu einer gedrückten Stimmung und Demotivation bei meiner Tochter führt, weil ihr Bruder schon fertig ist.
Meinem Hinweis, dass wir den Lernstoff nicht schaffen, wurde lediglich entgegnet, dass "die Anderen" es ja auch schaffen. Leider wurde hierbei das persönliche Umfeld nicht beachtet.

Unsere Eltern, die alle ebenfalls noch berufstätig sind können auch nicht einfach unbezahlt zu Hause bleiben und uns unterstützen. Wir alle haben auch eine Verantwortung gegenüber unserem Arbeitgeben, das wird oft vergessen. Auch die Notbetreuung dürfen wir nicht nutzen.

Ich weiß nicht, wie ich dieser Belastung, über die Osterferien hinaus, weiter Stand halten soll. Aufgrund dieser Mehrfachbelastung und den enormen Stress, fürchte ich um meine eigene Gesundheit und Arbeitsfähigkeit.

Liebe Grüße und bleibt gesund!

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